„Das Ausbildungsjahr 2021 ist ein besonders schwieriges und die CDU als Partner des Handwerks und der Wirtschaft muss nun handeln“, so der Sprecher der AG Handwerk der Mittelstands- und Wirtschaftsunion NRW, Torsten Jakob.

„Durch die Corona-Pandemie sind im Jahr 2020 Berufsinformations- und Orientierungsangebote ausgefallen, viele Praktika für die Klassen 8 bis 10 konnten nicht stattfinden. Dabei bieten Betriebspraktika oder ‚Schnuppertage‘ die Möglichkeit, das Interesse der Schülerinnen und Schüler für die Handwerksbranche zu wecken und erste Kontakte ins Berufsleben zu knüpfen. Den Jugendlichen fehlen nun diese wichtigen Eindrücke, die bei der beruflichen Orientierung helfen“, stellt Handwerkspolitiker Matthias Goeken MdL fest.

Die Handwerkskammern in NRW verzeichnen zum Stichtag im September 2020 25.171 abgeschlossene Ausbildungsverträge, das entspricht einem Rückgang um etwa minus 10% im Vergleich zum Vorjahr. Die Verlängerung des Ausbildungsmarktes bis in den Januar ist dabei möglich und sollte von den Betrieben und Bewerbern genutzt werden. Doch wird befürchtet, dass sich viele junge Menschen in individuelle Warteschleifen begeben und in den kommenden Jahren auf den Ausbildungsmarkt drängen.

Als Hauptgründe für den Rückgang werden vor allem die fehlenden Kontaktmöglichkeiten zwischen Jugendlichen und Betrieben sowie dem drastischen Geschäftseinschränkungen durch die Corona-Pandemie in manchen Branchen gesehen. Ob des erneuten Lockdowns verschärft sich diese Problematik zunehmend.

Das Programm „Ausbildungsplätze sichern“ der CDU-geführten Bundesregierung mit einem Volumen von bis zu 500 Millionen Euro war ein gutes und stabilisierendes Signal. Übernahmeprämien, Prämien für Auftrags- und Verbundausbildung sowie Zuschüsse zur Ausbildungsvergütung waren nach Ansicht der Mittelstandspolitiker wirklich hilfreich. Auch das Land NRW hat mit 34 Millionen Euro bei diesen Anstrengungen ergänzend geholfen, um die Fachkräftesicherung von morgen zu garantieren.

Aber 2021 stellt uns vor neue und weitere Herausforderungen, dazu Torsten Jakob: „Wir möchten neben den eigentlichen Ausbildungsplätzen auch Praktika fördern, denn der Praxisbezug im schulischen Kontext darf nicht dauerhaft fehlen. Sonst gewinnt die Dynamik hin zur akademischen Ausbildung immer weiter an Fahrt und Jugendliche verbleiben wegen der Coronasituation im schulischen System, obwohl sie eher eine Affinität zu einer Berufsausbildung zum Beispiel im Handwerk hätten. Steigende Abbrecherquoten und spätere Überforderungen in Oberstufen müssen wir heute verhindern.“ Matthias Goeken ergänzt: „Jugendliche mit niedrigem Schulabschluss oder Migrationshintergrund dürfen nicht zu den Verlierern der Krise werden. Junge Menschen, die keinen Ausbildungsplatz haben, kann ein Langzeitpraktikum im Rahmen der EQJ (Einstiegsqualifizierung Jugendlicher) als Brücke zur Ausbildung eine Chance bieten.“

Die AG Handwerk der MIT appelliert an die Landtagsfraktionen von CDU und FDP, ein Konzept auf Basis der bisherigen Programme zu entwickeln, wie Praktika im späteren Verlauf des Jahres 2021 coronakonform erfolgen können. Besonders die ausgefallenen Berufserkundungen müssen nachholbar sein. Die Berufswahlentscheidung und die berufliche Orientierung ist für die Schülerinnen und Schüler von großer Bedeutung.

„Digitalisierung ist da eine echte Chance. Aber auch die Öffnung überbetrieblicher Ausbildungsstätten für neue Formen der Heranführung junger Menschen kann dabei eine Rolle spielen. Hier kann eng mit Schulen kooperiert werden und es können echte Innovationen im berufsbildenden Sektor entstehen“, so Matthias Goeken.

Es gibt noch weitere Ergänzungen, die die Mittelständler diesbezüglich diskutieren und anregen: Mehrkosten für Schnelltests könnten beim Bundesprogramm berücksichtigt werden. Erfahrene Meister könnten zur Zeit nicht besetzbare Ausbilderplätze zumindest teilweise ergänzen und dies könnte gefördert werden. Der schnelle Wechsel an berufsbildenden Institutionen aller Art auf Distanzunterricht sollte heute schon vorbereitet und mit einem Standardkonzept unterlegt werden.

Der Unternehmerverband Handwerk in Nordrhein-Westfalen hatte bereits gute Vorschläge in Bezug auf digitale Berufsorientierung und vor allem eine bessere Verknüpfung der differenzierten Potentialanalyse mit einem wirklich passenden Praktikumsplatz in Zeiten von weniger Angeboten gefordert.

 

Bildmotiv: MIT NRW/ Matthias Goeken; Torsten Jakob (links), Matthias Goeken MdL (rechts)


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