Zusammen auf Wirtschaftstour durch Südwestfalen (v.l.): Olaf Lehne MdL, Angela Erwin MdL, Markus Optendrenk MdL, Stefan Simmnacher. Nicht auf dem Foto: Marco Voge MdL, Henning Rehbaum MdL. Foto: MIT NRW

 

Hätten Sie gewusst, dass Südwestfalen die drittstärkste Industrieregion Deutschlands ist?

Um diese wirtschaftliche Stärke zu erkunden, brach der Parlamentskreis Mittelstand auf Einladung des Abgeordneten, Jochen Ritter MdL auf, um einige Unternehmen der Region kennenzulernen. Wir wollten wissen, wo der Schuh drückt und was unsere Mittelständler brauchen, damit Innovationen und Weltmarktführer, auch weiterhin hier mitten unter uns in NRW prosperieren.

Erste Station machten wir bei aquatherm, einem mittelständischen Familienunternehmen, geführt in zweiter Generation vom dynamischen Trio um die drei Brüder Dirk, Maik und Christof Rosenberg. Gelegen im beschaulichen Attendorn, der deutschen Stadt mit dem zweithöchsten Gewerbesteueraufkommen pro Kopf, entwickelte sich aquatherm in kaum mehr als 40 Jahren zu einem der Weltmarktführer für Heizungs- und Wasserrohrsysteme. Mit mehr als 600 Mitarbeitern an verschiedenen Standorten entwickelt Aquatherm Systeme, die prominente Anwendung in zahllosen Fußballtempeln und Luxushotels der Welt finden. Während der interessanten Führung zeigten uns die Unternehmer, wie Industrie im Jahre 2019 funktioniert: vollautomatisierte Prozesse, Hallen, die um optimierte Maschinenwege gebaut wurden, flache Hierarchien, die die Kreativität und den Zusammenhalt fördern.

Beim obligatorischen anschließenden Gespräch zeigten sich die Rosenbergs nachdenklich ob der bürokratischen Schikanen und regulatorischen Tücken. An dieser Stelle „müsse die Politik noch viel näher am Puls der Unternehmen sein und Ratschläge von den Mittelständlern in konkrete Politik gießen“, so Mitgeschäftsführer Dirk Rosenberg. Er ergänzte, dass es nicht sein könne, dass Düsseldorf drei Auflagen abschaffe und Berlin und Brüssel drei neue aufbaue: „Unter dem Strich läuft es für uns Unternehmer nämlich auf das Gleiche hinaus“.

Sichtlich beeindruckt versicherte der PKM um seine Vorsitzende Angela Erwin MdL, dass man in Düsseldorf dranbleiben werde, die Unternehmen so weit zu entlasten, wie es geht. Zudem werde man sich daran tun, das Gespräch mit Brüssel und Berlin zu suchen, um praxisnähere und bürger- und unternehmensfreundlichere Bürokratie einzufordern.

Im Anschluss besuchte der PKM die Software-Schmiede Open Xchange in Olpe. Die ca. 300 Mitarbeiter um CEO und Gründer Rafael Laguna entwickeln Open Source-Software, die als Engine hinter zahlreichen Webseiten und E-Mail-Programmen, wie den Diensten der Telekom und Vodafone fungiert. Besonderen Wert, so die Gründer, lege man auf tarnsparente Software-Strukturen, die sich mithilfe der eng-verzahnten Community immer wieder selbst überprüfe.

Im Fokus des Besuchs stand die Analyse der digitalen Welt von heute, wie Google und Facebook als gigantische Datensammler den Markt dominieren und was das für die eigene Privatsphäre bedeute. „Niemand könne genau wissen, was mit seinen Google und Facebook-Daten auf den amerikanischen Servern wirklich geschehe“, so Laguna.

Zusammen mit seinen Kollegen appellierte er daher an die Mitglieder des PKM, dass sich NRW, Deutschland und Europa unbedingt dafür einsetzen müssen, unabhängige, transparente und in Europa angesiedelte Strukturen zu schaffen. Zudem solle man sich nicht der Illusion hingeben, dass die politisch-motivierte Förderung von Alternativen zu Facebook und Google von Erfolg gekrönt seien. Ziel der Politik müsse es sein, die monopolistischen Infrastrukturen, die Facebook, Whatsapp und Google auf sich vereint hätten, aufzubrechen. Nutzer würden alleine schon wegen des Netzwerkeffekts immer wieder zu Whatsapp zurückgezogen werden.

Laguna ersann daher, dass Nutzer beispielsweise Kurznachrichten auch via alternative Dienste, wie Threema und Signal an Whatsapp-Nutzer senden können. Beim E-Mail-Protokoll habe es schließlich auch funktioniert, das Protokoll von Dienstleistern loszulösen. Der abschließende Appell, den Laguna uns mit auf den Weg gab war, dass Europa auch im Bereich des Internets das machen sollte was es stark mache: transparente Demokratie und Teilhabe, statt kapitalistischer Monopole, wie in den USA oder Digitalisierung zwecks Überwachung der eigenen Bevölkerung wie in China.

Mit diesen vielschichtigen Eindrücken verließen wir Südwestfalen wieder Richtung Düsseldorf und wissen einmal mehr: Es sind diese Mittelständler, die den Erfolg im Deutschland von morgen sichern. Kern der Wirtschaftspolitik muss es also sein, die Rahmenbedingungen zu schaffen, damit Unternehmen ihre Innovationskraft im Wettbewerb mit der restlichen Welt ungehemmt von bürokratischen Beschwernissen ausüben können. Nicht zuletzt sind es diese florierenden Mittelständler, die in Deutschland Wohlstand und damit ganz wesentlich die Demokratie garantieren.


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